Desorientiert

Unsichtbares Akkordeon
 

Testbild

Sie räumte nicht nur den Keller auf, sondern riss das ganze Haus ab.

Auflösung
 
Tracy Teal war eine Studentin, die Computerlinguistik im Rahmen eines Master-Abschlusses in Biologie an der University of California in Los Angeles studierte. Sie hatte Monate damit verbracht, Simulationssoftware zu entwickeln und zu betreiben. Danach war sie endlich bereit mit ihrer Analyse zu beginnen. Der erste Schritt vor der Analyse war es, alle wichtigen Daten zu organisieren und alle unnötigen zu löschen. Für den Löschvorgang benutzte sie den typischen Routinebefehl "rm -rf *", der alle Daten im aktuellen Verzeichnis und in den Unterverzeichnissen löscht. Das Problem war nur: Sie war gar nicht im Verzeichnis, wo die entsorgbaren Daten lagen, sondern im Stammverzeichnis ihres Projekts. Da durch diesen Befehl in Unix-Systemen, die Dateien nicht erst in den Papierkorb geschoben werden, wie unter Windows oder Macintosh, wurden hier alle Projektdaten mit einem Schlag gelöscht.

Tracy hatte Glück, denn ein automatisiertes Backup rettete ihre Arbeit. Dafür musste sie den IT-Helpdesk ihrer Abteilung freundlich anfragen, ob diese ihre Dateien wiederherstellen können. Jetzt ist Tracy Teal Executive Director bei The Carpentries, einer Non-Profit Organisation, die Forschenden weltweit grundlegende Kenntnisse in Codierung und Datenwissenschaft vermittelt. Dennoch denkt Tracy beschämt an ihre damalige Situation zurück, weil sie selber für den IT-Helpdesk vor dem Unfall gearbeitet hatte. Für sie sei es "wie der Rettungsschwimmer, der gerettet werden muss" gewesen.

Diese Geschichte zeigt, dass auch erfahrene WissenschaftlerInnen im Umgang mit Daten Fehler machen können. Bei wichtigen Daten sollte immer ein Versionierung- bzw. Backupsystem verwendet werden, damit aufwendig erhobene Daten nicht durch ein Missgeschick verloren gehen.
 
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