Babylonische Verwirrung

Unsichtbares Akkordeon
 

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Haben Sie einen japanischen Namen? Fürchten Sie um Ihre Reputation.

 

Auflösung
 

Japanische Namen werden von jetzt an auch auf Englisch in der japanischen Reihenfolge geschrieben. Problematisch für die akademische Reputation wenn keine persistenten Identifikatoren verwendet werden.

Am 1. Januar rollte eine kleine lexikalische Revolution durch Japan. Eine neue Verordnung bestimmt, dass offizielle Dokumente die Reihenfolge der Namen des japanischen Volkes umkehren sollten, wenn sie im lateinischen Alphabet gerendert werden. Bisher wurden beispielsweise in englischen Dokumenten japanische Namen mit dem Vornamen zuerst geschrieben, wobei die westliche Praxis verwendet wurde. Von nun an wird der Familienname an erster Stelle stehen und, um jede Mehrdeutigkeit zu verbannen, vollständig kapitalisiert. Damit sind die japanischen Namenskonventionen dann für japanische und fremde Zeichen identisch, zum Preis eines Bruchs mit der bis dahin gültigen Transkriptionspraxis. Die Folge im akademischen Leben könnte eine höhere Zahl von übersehenen Zitaten und damit ein relativer Reputationsverlust japanischer Autoren sein bis sich die Anbieter der entsprechenden Metriken und, noch wichtiger, die Zitierenden an die neue Konvention gewöhnt haben.

Das Beispiel zeigt, dass es immer günstig ist über einen persistenten Identifikator zu verfügen, um derartige Probleme zu umgehen. Für Personen gibt es hier zum Beispiel die unabhängig vergebene ORCID oder die über Thompson Reuters vergebene ResearcherID. Werden diese IDs zitiert, dann erfolgt unabhängig von geänderten Nameskonventionen eine korrekte Zuordnung des Autors zu den Nennungen seiner Artikel. Für den Zitierenden ergibt sich der Vorteil, dass er die Beiträge von Autoren trotz Namens- oder Konventionsänderungen im Blick behalten kann. Für die Autoren selbst ist es ein klares Plus, eine direktere Kontrolle über die korrekte Zuordnung von Artikeln und damit indirekt über ihre wissenschaftliche Reputation zu haben.

 

Quellen: