Atlantischer Lazarus

Unsichtbares Akkordeon
 

Testbild

Sein Mitgefühl wurde positiv wahrgenommen, trotzdem kam es den Forschern falsch vor.

 

Auflösung
 
Eine Forschergruppe wollte die Funktion ihres Gerätes für funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI) testen und suchte dafür nach Objekten mit viel Kontrast und verschiedenen Texturen. Nachdem ein Kürbis und ein totes Huhn ihre Erwartungen nicht vollständig erfüllen konnten, testeten sie einen toten atlantischen Lachs. Diesem wurden anschließend Bilder von sozialen Situationen gezeigt und seine Reaktionen aufgezeichnet.

Die Daten sollten für eine Lehrveranstaltung verwendet werden, um die Auswertung von fMRI-Daten und mögliche Fehlerquellen an einem absurden Beispiel zu demonstrieren. Die Forscher waren doch sehr überrascht als sie bei dem toten Lachs plötzlich eine Reaktion auf die gezeigten Bilder in seinem Gehirn und der Wirbelsäule feststellten. Ein wichtiger Schritt bei der Datenauswertung ist die Korrektur für mögliche falsch-positive Ergebnisse. Ohne diese Korrektur wurden die gemessenen Werte fälschlicherweise als signifikante Veränderungen in der Gehirnaktivität des toten Tieres interpretiert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Studie basierten viele Publikationen zu fMRI-Daten auf Analysen ohne die entsprechenden Korrekturen und die Ergebnisse sorgten daher für viel Aufsehen.

Das Beispiel zeigt, dass bei Experimenten nicht nur die Kalibrierung von Messinstrumenten eine entscheidende Rolle spielt, sondern auch die korrekte Auswertung der gewonnen Daten einschließlich angemessener Kontrollen und Korrekturen.
 
Quellen: