Lost in Translation

Unsichtbares Akkordeon
 

Mars

Da sie sich nicht auf gemeinsame Normen einigen konnten, kam er irgendwann vom rechten Weg ab.

Auflösung
 
Der Mars Climate Orbiter (MCO) war Teil eines Programms der NASA, das zu einem besseren Verständnis des Mars beitragen sollte. Am 11. Dezember 1998 startete der MCO an Bord einer Rakete zu seiner Mission. Ziel war es, dass der MCO den Mars in einem kreisförmigen Orbit umrunden sollte und Messungen zur Atmosphäre und dem Klima des Planeten aufzeichnet. Allerdings kam es bei dem geplanten Manöver zu einem Fehler, der MCO kam deutlich näher an den Mars heran als geplant und die Sonde ging verloren.

Die Ursache des Navigationsfehlers war die Verwendung unterschiedlicher Maßeinheiten durch die verschiedenen beteiligten Projektpartner. Während das Navigationsteam das metrische System verwendete, nutzte das amerikanische Unternehmen Lockheed Martin Astronautics, das mit der Herstellung der Sonde beauftragt wurde, das Angloamerikanische Maßsystem. Die Umrechnung der unterschiedlichen Maßeinheiten (z.B. Pfund-Sekunden und Newton-Sekunden) wurde nicht immer korrekt berücksichtigt und resultierte in fehlerhaften Kurskorrekturen.

Tatsächlich hatte die NASA in ihren Spezifikationen klar dargelegt, dass das metrische System verwendet werden sollte. Das Kurskorreturprogramm SM_FORCES von Lockhead Martin Aeronautics misachtete die Vorgaben und verursachte so den Verlust der Sonde.  

Die Geschichte zeigt wie wichtig die Verwendung von gemeinsamen Standards für die erfolgreiche Umsetzung in Projekten ist. Dies muss insbesondere bei Projekten mit internationalen Partnern aus Ländern deren Maßsysteme nicht auf dem Internationales Einheitssystem (SI-Einheiten) basieren, wie z.B. den USA, beachtet werden. Die Verwendung von gut definierten Standards ist auch eine Voraussetzung für die Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Projekten.

 
Quellen: